»Brennende Halde« im Revier – Bilder von Rheinelbe

Es ist am 12. Dezem­ber 2013, einem herr­li­chen Win­ter­tag, als ich mein Rad bestei­ge und zur Hal­de Rheinel­be hin­auf­fah­re. Oben ange­kom­men wer­de ich mit einem herr­li­chen Blick belohnt. Über der tie­fen Inver­si­ons­schicht wölbt sich ein Him­mel von einem unwahr­schein­li­chen Post­kar­ten­blau. Schaut man in die Ebe­ne hin­ein, mit der oder gegen die tief­ste­hen­de Son­ne, erzeu­gen die Par­ti­kel, die die Atmo­sphä­re trü­ben, zusam­men mit dem Rauch aus den Kraft­werks­schlo­ten die Illu­si­on eines Ruhr­ge­biets in vol­ler indus­tri­el­ler Blü­te. Her­man Pri­ganns Him­mels­trep­pe, die Zeche Zoll­ver­ein und die Kraft­wer­ke der Regi­on ste­hen mir bereit­wil­lig Modell und prä­sen­tie­ren sich von ihren cha­rak­te­ris­tischs­ten Sei­ten. Das Tele­ob­jek­tiv lässt die Ent­fer­nun­gen schrump­fen und ver­dich­tet den Atmo­sphä­ren­staub zur per­fek­ten Imi­ta­ti­on der Revier­luft ver­gan­ge­ner gro­ßer und dre­cki­ger Tage.

Spä­ter dann im Wald ent­lar­ven Pri­ganns Stee­len mit bit­te­ren Rei­men aus längst ver­gan­ge­nen Tagen die Berg­manns­ro­man­tik als dün­ne Tün­che über unmensch­li­cher Arbeit und frü­hem Tod: ›Und seh ich Dei­ne Schlo­te rau­chen / Weiss doch, dass sie Gift nur hau­chen / Weiss, wie an den Feuer­es­sen / der arme Frö­ner schnell ver­dirbt / Will den Berg­mann nicht ver­ges­sen / der einen frü­hen Todes stirbt‹

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Him­mels­trep­pe auf der Hal­de Rheinelbe

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