Farbenrausch – 20. Czernowitzer Couleurfest in Klagenfurt

Heu­te, lie­be Freun­de, mel­de ich mich mit einem Bericht aus einer Welt, die den meis­ten von uns ver­bor­gen ist, einer Welt, die vie­le als alter­tüm­lich, vor­gest­rig, patri­ar­cha­lisch, nicht sel­ten auch als rechts­las­tig bezeich­nen, eine Welt, die jeden­falls fast immer und von nahe­zu allen Außen­ste­hen­den als ana­chro­nis­tisch belä­chelt wird, die Welt der Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen. Sauf­ri­tua­le, Seil­schaf­ten, Sexis­mus und Homo­pho­bie sind gern genann­te Vor­wür­fe, die den Vor­teil haben, kei­ner­lei Bewei­se zu benö­ti­gen, um die Bün­de, egal wel­cher Cou­leur, pau­schal zu ver­ur­tei­len. Feh­len Cri­ti­ca und Cri­ti­cus (modernst gen­der­ge­recht »Cri­tix«, gemäß den Vor­schlä­gen von Lann Horn­scheidt, Pro­fes­sx für Gen­der Stu­dies und skan­di­na­vis­ti­sche Lin­gu­is­tik am Zen­trum für Trans­dis­zi­pli­nä­re Geschlech­ter­stu­di­en der HU Ber­lin) wie so häu­fig eige­ne Gedan­ken, bedie­nen sie sich bei Kurt Tucholsky:

Ver­bin­dungs­stu­den­ten sind ein Hau­fen von ver­hetz­ten, irre­ge­lei­te­ten, ver­sof­fe­nen, far­ben­tra­gen­den jun­gen Deutschen!”

Auch aus Hein­rich Manns »Unter­tan« wird gern zitiert:

Er war unter­ge­gan­gen in der Kor­po­ra­ti­on, die für ihn dach­te und woll­te. Und er war ein Mann, durf­te sich sel­ber hoch­ach­ten und hat­te eine Ehre, weil er dazugehörte.

Ich gehö­re auch dazu. Mehr noch, ich bin stolz dar­auf, von einer Gemein­schaft so fei­ner Men­schen als einer der Ihren betrach­tet zu wer­den, wie es der Tra­di­ti­ons­ver­band katho­li­scher Czer­no­wit­zer Pen­nä­ler ist. Bevor ich jedoch fort­fah­re, muss ich mich distan­zie­ren. Ich distan­zie­re mich aus­drück­lich von der uner­träg­li­chen Wohl­stands­ver­wahr­lo­sung, die sich in der durch die AG Femi­nis­tisch Sprach­han­deln sys­te­ma­tisch pro­pa­gier­ten und prak­ti­zier­ten Sprach­ver­stüm­me­lung mani­fes­tiert. Ich distan­zie­re mich von den Links zu »Pro­fes­sx« Horn­scheidt und der AG Femi­nis­tisch Sprach­han­deln. Wer sich geis­tig gefes­tigt fühlt, mag sich in der Online-Aus­ga­be des Spie­gel vom 24.4.2014 selbst ein Bild machen. Ich aber sage euch: Folgt die­sen Links nicht. Wenn ihr nicht hören könnt, ihr wur­det gewarnt. Macht eure Schä­den nicht bei mir gel­tend. So, jetzt bin ich mei­ner Ver­ant­wor­tung gerecht gewor­den. Ich habe euch vor den bösen Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen gewarnt und vor den femi­nis­ti­schen Sprach­zen­sorx. Jetzt kön­nen wir unbe­schwert zum fröh­li­chen Teil über­ge­hen. Ein­stim­men will ich euch mit der Cou­leur­kar­te zum Fest, lie­be­voll gestal­tet von Dr. cer. Hugin (»Der Gedanke«).

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Cou­leur­kar­te zum 20. Cou­leur­fest des Tra­di­ti­ons­ver­bands Katho­li­scher Czer­no­wit­zer Pennäler

Wie immer führt ein Klick aufs Bild zum Foto­al­bum. Am Don­ners­tag vor dem Fest trifft sich ein klei­nes Häuf­lein schon am Don­ners­tag im Hotel Sand­wirth. Hier erfah­ren wir zum wie­der­hol­ten Male, dass Deut­sche und Öster­rei­cher nur durch ihre gemein­sa­me Mut­ter­spra­che getrennt wer­den. Aber schaut selbst:

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Hier heißt es »Der Schranken«!

Das Hotel selbst ist übri­gens ohne Fehl und Tadel. Gute Küche, gute Wei­ne, gute, immer, auf­merk­sa­me Bedie­nung. Es hat uns an nichts gefehlt. Ein Lob dem Sand­wirth! Ein ers­ter Erkun­dungs­gang führt uns (Bbr. F. und mich, spä­ter zeit­wei­lig ver­stärkt durch die lie­be Freun­din unse­res Krei­ses, Frau L.) ins Bier­haus zum Augus­tin, auf gut​-essen​-trin​ken​.at als Treff der Kla­gen­fur­ter bezeich­net. Stimmt. Freund­li­che Auf­nah­me, Kon­takt zu den Ein­ge­bo­re­nen inklu­si­ve, dazu fei­nes Bier und her­vor­ra­gen­des Schweins­bra­ten­brot. Bun­des­bru­der F. genießt das Rau­chen im geschlos­se­nen Gast­raum, ein Frei­heits­grad, der in Euro­pa wohl nur noch im Felix Aus­tria mög­lich ist. Es exis­tie­ren Beweis­fo­tos, jedoch hat F. ihrer Ver­öf­fent­li­chung nicht zuge­stimmt. Irgend­wann machen wir uns auf den Weg und genie­ßen die fri­sche Luft und die Kla­gen­fur­ter Nachtansichten

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Kla­gen­furt bei Nacht

Doch kann Kla­gen­furt mit ganz ande­ren Aus­sich­ten begeis­tern. Nichts­ah­nend tre­ten wir in ein unschein­ba­res Café, weni­ge Gäs­te lüm­meln sich in den Stüh­len, F. und ich, in Cou­leur, wer­den wie alte Bekann­te emp­fan­gen, auch hier steckt sich F. glück­lich eine Ziga­ret­te an (die öster­rei­chi­sche Frei­heit!), dann pas­siert es. Eine eben­so jun­ge wie sünd­haft schö­ne Dame greift zur Gitar­re und singt mit erstaun­lich vol­ler Blues­stim­me Hits von CCR (Proud Mary) bis STS (Fürs­ten­feld). Wir sind begeis­tert. Bier und Wein zum Trotz zücke ich die Kame­ra und las­se euch die­ses Bild zum Beweis.

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San­dra Pin­ter, Miss Kärn­ten 2009, Wir­tin von »Sandra’s Lidmansky«

Lie­be San­dra, ich hof­fe, Du fühlst Dich auf die­ser Sei­te gut auf­ge­ho­ben. Andern­tags haben wir Dich wie­der besucht, und uns in Dei­nem Beisl ein­fach nur gut gefühlt. Wan­de­rer, kommst Du nach Kla­gen­furt, besu­che dort Sandra’s Kunst­ca­fe Lid­man­sky in der Lid­man­sky­gas­se 3, und ver­kün­de der schö­nen Wir­tin mei­nen herz­li­chen Gruß! Wei­te­re Schön­hei­ten der Stadt bringt uns am Frei­tag mit unver­stell­ter Begeis­te­rung unse­re Stadt­füh­re­rin zu Gesicht. Vor den Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt will ich nicht ver­säu­men, die­se jun­ge Dame hier ins rech­te Licht zu set­zen und mich herz­lich bei ihr für ihre kom­pe­ten­ten Erläu­te­run­gen zu Gebäu­den, Plät­zen und Geschich­ten zu bedan­ken. Die Lind­wurm­sa­ge wird auf ewig in mei­nem Gedächt­nis ver­an­kert sein!

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Charme trifft Kom­pe­tenz: Unse­re Stadtführerin

Fort von den Aus­sich­ten, hin zu Gesel­lig­keit, Gesang und Geschichts­be­wusst­sein. Ohne letz­te­res ist ein Czer­no­wit­zer Cou­leur­fest undenk­bar, ohne Remi­nis­zen­zen an bekann­te und eher noch an fast ver­ges­se­ne Grö­ßen des Kul­tur­schaf­fens wür­den wir unser Allein­stel­lungs­merk­mal gegen­über allen ande­ren Kor­po­ra­ti­ons­fes­ti­vi­tä­ten verlieren.

Begleit­heft zum Begrü­ßungs­abend am 25. April 2014

So ist es dies­mal Euse­bi­us Man­dy­c­zew­ski (*18. August 1857 in Czer­no­witz, †13. Juli 1929 in Sulz bei Wien, Pro­fes­sor (nicht Pro­fes­sx!) für Kon­tra­punk­tik und Kom­po­si­ti­ons­leh­re am Wie­ner Kon­ser­va­to­ri­um) Gegen­stand unse­rer unge­teil­ten Auf­merk­sam­keit. Man­dy­c­zew­ski erhielt 1897 für sei­ne 42-bän­di­ge Schu­bert-Edi­ti­on das Ehren­dok­to­rat der Uni­ver­si­tät Leip­zig, und ich ver­mu­te, dass die­ses Werk eine wesent­li­che Inspi­ra­ti­on für Georg Kreis­lers wun­der­vol­les Lied vom Musik­kri­ti­ker (»Schrei­ben Sie doch ein Buch über Schu­bert, schrei­ben Sie doch ein Buch über Schu­bert, also ging ich froh nach Hau­se, setz­te mich nie­der und ich schrieb…«) gewe­sen ist. Der alte Euse­bi­us selbst muss als Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor ein graus­li­ger Lang­wei­ler gewe­sen sein, schreibt doch Ernst Kre­nek über ihn:

»…Man­dy­c­zew­skis Geschichts­vor­le­sun­gen waren genau­so lang­wei­lig wie die Vor­le­sun­gen, die ich an der Uni­ver­si­tät besucht hat­te. (…) die Stu­den­ten beka­men nur end­lo­se Auf­zäh­lun­gen von Namen und und unver­ständ­li­chen Fak­ten vorgesetzt«

Hier scheint sich eine Kon­stan­te aka­de­mi­schen Leh­rens und Ler­nens anzu­deu­ten, die unbe­dingt der ver­tie­fen­den For­schung bedarf. In guter Tra­di­ti­on wid­men sich die Klei­nen Czer­no­wit­zer Schrif­ten in ihrer 29. Aus­ga­be eben jenem Euse­bi­us M., eben­dort aus der Sei­te 37 habe ich das obi­ge Zitat entnommen.

Euse­bi­us Man­dy­c­zew­ski – Nach­klän­ge eines Meis­ters (Czer­no­wit­zer Klei­ne Schrif­ten Heft 29)

Gar nicht kri­tisch, son­dern enthu­si­as­tisch und authen­tisch bringt uns der begna­de­te Musi­ker Chris­ti­an Lam­bour Man­dy­c­zew­skis Werk am Kla­vier näher. Töne habe ich nicht auf­ge­zeich­net, jedoch den Künst­ler bei sei­nem Schaf­fen. An die­ser Stel­le der Dank an Herrn Lam­bour für die Geneh­mi­gung zur Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Bildes.

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Chris­ti­an Lam­bour spielt Mandyczewski

Es sei ange­merkt, dass im Kon­zert­haus­re­stau­rant das Rau­chen nicht erlaubt ist. Ich qual­me mei­ne »Krum­men Hun­de« (ja, ich rau­che, wenn die Gele­gen­heit güns­tig ist, so ein- zwei­mal im Jahr) im Frei­en und freue mich, dass mei­ne Klei­dung rauch­frei bleibt. Wie haben wir das frü­her aus­ge­hal­ten, fragt sich euer treu­er Kor­re­spon­dent. Nicht ver­ges­sen wer­den soll auch die Vor­stel­lung der Klei­nen Czer­no­wit­zer Schrift #28. In dan­kens­wer­ter Wei­se wid­met sich der Stu­den­ten­his­to­ri­ker Harald See­wann dem jüdi­schen Juris­ten, Ger­ma­nis­ten, Jour­na­lis­ten, Publi­zis­ten und Dich­ter Karl Emil Fran­zos in sei­ner kur­zen Pha­se als akti­ver Cou­leur­stu­dent in der Wie­ner Bur­schen­schaft Teu­to­nia, der er vom 22. April 1868 an 17 Jah­re lang ange­hör­te, bis er am 7. Febru­ar 1885 vom Alt­her­ren­con­vent auf­grund sei­nes jüdi­schen Glau­bens aus der Teu­to­nia aus­ge­schlos­sen wurde.

Karl Emil Fran­zos – Stu­den­ten­ge­schicht­li­che Anmer­kun­gen (Czer­no­wit­zer Klei­ne Schrif­ten Heft 28)

Zurück zum Begrü­ßungs­abend. Das ein­zi­ge Lied, wel­ches wir selbst zu sin­gen genö­tigt wer­den, ist übri­gens das »Tisch­lied« des all­ge­gen­wär­ti­gen Deut­schen Uni­ver­sal­dich­ters Johann W. v. G., wel­ches auf die Melo­dei »Gold und Sil­ber lieb ich sehr« mit den Wor­ten »Mich ergreift, ich weiß nicht wie, himm­li­sches Beha­gen« beginnt und dank der durch öster­rei­chi­sches Bier wohl­ge­schmier­ten Keh­len adäquat ver­klingt. Aus­klang, nach ver­geb­li­chem Besuch von San­dras Lid­man­sky (Frei­tag abends geschlos­sen) im Augus­ti­nus, zur Zufrie­den­heit aller Betei­lig­ten. Der Sams­tag beschert uns ein vol­les Pro­gramm, und so beginnt der Tag nach einem reich­hal­ti­gen Früh­stück im Hotel mit einer Bus­fahrt ins Zoll­feld nach Maria Saal. An die­ser Stel­le muss ich eine Ver­nach­läs­si­gung mei­ner lumo­gra­phi­schen Doku­men­ta­ti­ons­pflicht geste­hen. Der ers­te Halt des Tages am Kla­gen­fur­ter Fried­hof Anna­bichl führt uns zum Grab Georg Dro­z­dow­skis, den einer der Unse­ren noch als Kul­tur­chef der Kärnt­ner Volks­zei­tung erle­ben durf­te. Nach kur­zer Suche auf dem von Grab­ma­len in allen Scheuß­lich­keits­gra­den über­la­de­nen Fried­hof fin­den wir Dro­z­dow­skis letz­te Ruhe­stät­te, legen auf dem gepfleg­ten Gra­be einen Kranz nie­der und geden­ken in Wür­de des gro­ßen Czer­no­wit­zer Soh­nes. Und ich, ich habe mei­ne Kame­ra im Bus lie­gen gelas­sen. Ver­bands­bru­der Han­nes Abel v. Hec­tor hat die Lücke gefüllt, wofür ich ihm herz­lich danke!

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Georg Dro­z­dow­skis Grab auf dem Kla­gen­fur­ter Fried­hof Annabichl

Wei­ter führt die Fahrt nach Maria Saal. Fast auf den Glo­cken­schlag um 11:00 emp­fängt uns Anton Schmidt, Bür­ger­meis­ter der Markt­ge­mein­de Maria Saal. Sein Emp­fang ist herz­lich, neu­gie­rig bit­tet er unse­ren Vor­sit­zen­den Rai­mund Lang vul­go Gisel­her um eine Erklä­rung, wer die­se bunt­be­müt­zen Scha­ren sind, die in sein beschau­li­ches Dorf einfallen.

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Anton Schmidt, Bür­ger­meis­ter der Markt­ge­mein­de Maria Saal

Wer Gisel­her kennt, weiß, dass ein sol­ches Ansin­nen ihm Lust ist, nicht Last. Wort­reich und elo­quent klärt er den Bür­ger­meis­ter und mit ihm den Män­ner­ge­sangs­ver­ein Maria Saal unter der Lei­tung von Sieg­wald Isopp so wie die Trach­ten­ka­pel­le Mag­da­lens­berg, gelei­tet von Han­nes Gla­bi­sch­nigg, über unse­re Gesell­schaft auf. Zum Lohn wer­den wir nicht nur mit Musik erfreut (gebla­sen und gesun­gen, bei­des in wahr­lich meis­ter­haf­ter Manier), son­dern auch mit Bier, Wein und Brot in erfreu­lichs­ter Viel­falt und Güte ver­kös­tigt. Die bra­ven Frau­en, die die Tafel ver­wal­ten und das rapi­de Hin­schwin­den der flüs­si­gen und fes­ten Lab­sal bestau­nen, mögen mir ver­zei­hen, dass ich weder sie noch Speis und Trank abge­lich­tet habe. Wie ver­spro­chen habe ich euch in mein Nacht­ge­bet ein­ge­schlos­sen. Der küh­le Wein aus euren Hän­den hat wahr­haft vor­züg­lich gemun­det! Auch hier freue ich mich auf die Zusen­dung ergän­zen­den Bild­ma­te­ri­als! Wer jetzt auf den Bür­ger­meis­ter klickt, darf sich an Bil­dern von der Kapel­le, dem Chor, der Wall­fahrts­kir­che und einer Band­ver­lei­hung erfreu­en. Wäh­rend der Besich­ti­gung der Props­tei- und Wall­fahrts­kir­che Mariae Him­mel­fahrt, dem Maria Saa­ler Dom, wer­den wir von einem pro­ben­den Musik­ensem­ble ver­trie­ben. Lei­der kön­nen wir der Pro­be nicht bei­woh­nen, die Zeit ist zu knapp. Ein Bild der Musi­ci im Foto­al­bum belegt das Gesche­he­ne. So schön und abwechs­lungs­reich der Besuch von Maria Saal auch gewe­sen ist, so ein­tö­nig ist das Mit­tag­essen im Gast­haus Puck. Die Fern­fah­rerhöl­le am Ran­de des High­ways ser­viert Schnit­zel, für die man nicht den lan­gen Weg von Bie­le­feld nach Kärn­ten auf sich neh­men muss. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber sei noch ein Bild vom Kärn­ter Her­zogstuhl ein­ge­fügt. Lan­ge Erläu­te­run­gen ver­knei­fe ich mir, wer dabei war, hat ihn bewun­dert, allen Übri­gen sei die eige­ne Recher­che ans Herz gelegt. Man beach­te Gisel­her, dies­mal im Cou­leur der Borus­sia Czer­no­witz, in einer sei­ner typischs­ten Posen.

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Der Kärnt­ner Her­zogstuhl. Im Foto­al­bum seht ihr mehr vom Her­zogstuhl und weni­ger von Giselher

Der Rest des Tages ist nach einer Rast im Hotel und Über­brü­ckung der War­te­zeit mit eini­gen Ach­teln der Fest­knei­pe und einem anschlie­ßen­den Besuch der Carin­then­bu­de gewid­met. Beweis­kräf­ti­ge Bil­der habe ich sel­ber nicht erzeugt. Anwe­sen­de Freun­de der Lumo­gra­phie wer­den gebe­ten, mir aus­sa­ge­fä­hi­ges Mate­ri­al zusam­men mit einer Geneh­mi­gung zur Ver­öf­fent­li­chung zukom­men zu las­sen. Mei­ne E-Mail-Adres­se kann dem Impres­sum des Blogs ent­nom­men wer­den. Der geneig­ten Leser­schaft sei hier die Titel­sei­te des Begleit­hef­tes der Czer­no­wit­zer Fest­knei­pe zur Kennt­nis gebracht:

Czer­no­wit­zer Festnei­pe im Hotel Sand­wirth, 26. April 2014

In Erman­ge­lung foto­gra­fi­scher Bewei­se mag die Lied­fol­ge das Gesche­he­ne dokumentieren

    • Zum Ein­zug der Char­gier­ten das »Gro­ße Czer­no­wit­zer Gaudeamus«
    • Zecher­lust
    • Der Mythos Wien
    • Nun lasst uns sin­gen und sagen
    • Zum Hum­pen­trunk und Toten­ge­den­ken das »Czer­no­wit­zer Humpenlied«
    • An die Bukowina
    • Kärnt­ner Lan­des­hym­ne (in der das Wort »Kärn­ten« nicht ein ein­zi­ges mal auftaucht!)
    • Phi­lis­ter­weis­heit
    • Letz­tes All­ge­mei­nes mit den satt­sam bekann­ten Farbenstrophen

Der MGV (MännerGesangsVerein) Reif­nitz unter der Lei­tung von Wal­ter May­er begeis­tert mit vir­tu­os vor­ge­tra­ge­nem Lied­gut und schafft eine ein­ma­lig schö­ne musi­ka­li­sche Atmo­sphä­re. Auch von der Gast­freund­schaft der Carin­then kann ich bedau­er­li­cher­wei­se kein bild­haf­tes Zeug­nis able­gen. Bis die­se Lücke durch die Groß­zü­gig­keit des anwe­sen­den foto­gra­fie­ren­den Bun­des­bru­ders F. geschlos­sen ist, ver­bleibt mir nur der herz­li­che Dank an die Car­tellbbrü­der aus dem ÖCV. Der Sonn­tag emp­fängt uns mit graus­li­gem Wet­ter. Tief hän­gen die Wol­ken in der Luft, Regen kün­digt sich an. Rasch ist eine Fahr­ge­mein­schaft gebil­det und es führt uns der Weg zum Pyra­mi­den­kogel, auf slo­we­nisch Jed­vov­ca. Auf 851 m ü.A. (über Adria) erhebt sich mit rund 100m der höchs­te Holz­aus­sichts­turm der Welt. Er ent­hält – auch ein Rekord! – die mit 52m höchs­te Gebäu­de­rut­sche Euro­pas, die mit 120m Län­ge etwa 30sec. Rutsch­ver­gnü­gen bie­tet. Das Rut­schen ist uns wegen des schlech­ten Wet­ters ver­wehrt. Wir genie­ßen den Blick von der Aus­sichts­platt­form in 72m Höhe, bis uns der Regen ver­treibt. Bei Hir­ter Bier ver­ges­sen wir die Rut­sche und bald wagt sich auch die Son­ne wie­der hervor.

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Blick vom Pyramidenkogel

Ein letz­ter Weg führt uns zur Grab­stät­te des Schöp­fers des Gra­zer Lie­des, dem Stu­den­ten­lie­der­dich­ter, Elek­tro­in­stal­la­teur, Kul­tur­schaf­fen­dem, Rund­funk­mit­ar­bei­ter Oskar vul­go »Gerold« Wal­zel. Er selbst sagt zu sei­nem berühm­tes­ten Werk:

»Dass es das ›Gra­zer Lied‹ wur­de? Ich den­ke, es war wohl das Herz, das da mit­poch­te. Nicht erson­nen, nicht gefeilt, nicht erdacht. Anspruchs­los in Wort und Wei­se. Doch das Herz schlug mit – Stu­dent sein in Graz!«

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Grab­stät­te Oskar »Gerold« Walzels

Zum Aus­klang des Tages bewir­tet uns das Gast­haus im Land­haus­hof mit alt­ös­ter­rei­chi­schen Spe­zia­li­tä­ten. Trotz War­nung auf­grund frü­he­rer schlech­ter Erfah­run­gen eines der Unse­ren zieht es uns nicht in die Fer­ne, son­dern in eines der weni­gen am Sonn­tag­abend geöff­ne­ten Kla­gen­fur­ter Restau­rants. Wir haben es nicht bereut. Eine auf­merk­sa­me Bedie­nung, lecke­res Bier und gutes Essen las­sen uns den nahen­den Abschieds­schmerz ver­ges­sen. Den Absa­cker ver­wehrt uns die geschlos­se­ne Hotel­bar. Doch legt ein guter Geist sei­ne Vor­schrif­ten weit­her­zig aus und ver­kauft uns zwei Fla­schen Wein, die wir in der Hotel­lob­by ruhig und gesit­tet zu reger, aber lei­ser Unter­hal­tung lee­ren. End­lich ruft das Bett. Ein spä­tes, reich­hal­ti­ges Früh­stück am Mon­tag­mor­gen, der Abschied von den Freun­den, die Hoff­nung auf ein Wie­der­se­hen. Das denk­wür­di­ge 20. Cou­leur­fest des Tra­di­ti­ons­ver­ban­des Katho­li­scher Czer­no­wit­zer Pen­nä­ler ist vor­bei. Spä­tes­tens jetzt ist ein Wort des Dan­kes an die Orga­ni­sa­to­ren des Fes­tes ange­bracht. Ihr Lie­ben, die Ihr zum Gelin­gen die­ses wun­der­vol­len Tref­fens bei­ge­tra­gen habt, fühlt Euch hän­de­ge­drückt und schul­ter­ge­klopft. Ihr habt es Euch red­lich ver­dient! Ein letz­tes Wort gilt der gast­ge­ben­den Stadt. Kla­gen­furt als Pro­vinz zu bezeich­nen ist sicher nicht despek­tier­lich, son­dern den Tat­sa­chen ent­spre­chend. Näm­lich eben nicht groß­städ­tisch, über­heb­lich bis arro­gant, wie man es dem Schmäh der Bewoh­ner einer gewis­sen öster­rei­chi­schen Metro­po­le so gern nach­sagt. Nein, herz­lich, lie­bens­wert und über­schau­bar. Das gilt in her­vor­ra­gen­der Wei­se für den Flug­ha­fen die­ser Lan­des­haupt­stadt. Tat­säch­lich wird er alle Stun­de von einem Bus ange­fah­ren und zur gro­ßen Ver­wun­de­rung (und Freu­de!) der Rei­sen­den auch in direk­ter Linie von Köln-Bonn aus ange­flo­gen. Die nicht vor­han­de­ne Grö­ße macht den Charme die­ses Ver­kehrs­kno­tens aus: An- und Abflug­be­reich lie­gen kei­ne 50m aus­ein­an­der. Kaum dem Flie­ger ent­stie­gen sind auch schon die Kof­fer da. Wie anders ist das am Köln-Bon­ner Kon­rad-Ade­nau­er-Air­port. Alle Wege sind lang, geschickt auf­ge­brach­ter Boden­be­lag ver­dop­pelt die Rei­bungs­kräf­te an den Rol­len des Kof­fers, nach der Ankunft scheint das Gepäck über Düs­sel­dorf umge­lei­tet zu wer­den, so ent­setz­lich zieht sich die War­te­zeit. Und des­halb spre­che ich ein kla­res Bekennt­nis aus zur Pro­vinz: Hier bin ich Mensch, ihr lasst es mich sein. Mer­ci! Du hast bis hier hin durch­ge­hal­ten? Glück­wunsch! Zum Kom­men­tar ist es jetzt nur noch ein win­zi­ger Schritt. Den schaffst Du!

3 Replies to “Farbenrausch – 20. Czernowitzer Couleurfest in Klagenfurt”

  1. WIMMER

    Lie­ber Mike
    dan­ke für die­sen Blog. Für­wahr ein gelun­ge­nes Werk!
    lie­ben Gruß Fips Z!

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  2. Raimund Lang

    Sehr schön gemacht! Ich war zwar dabei, aber ich habe es bei Betrach­ten der Bil­der völ­lig neu erlebt. Sehr ver­gnüg­lich, wunderbar!

    Dank und Anerkennung!
    Rai­mund Lang

    Antwort
  3. Hans-Ludwig Kläser v Caesar.

    Lie­ber Mike-ein bewun­derns­wer­tes Elaborat,das,zusammen mit der Fotostrecke,
    die­ses his­to­ri­sche Cou­leur­tref­fen den Schluch­ten des Ver­ges­sens entzieht!
    Herz­li­chen Dank
    Hans-Lud­wig Klä­ser v Cae­sar FcC!

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