Urbane Botschaften VI: Bielefeld, Hannover (Politisches, im weiteren und engeren Sinn)

»Auch das pri­va­te ist poli­tisch«. In der zwei­ten Frau­en­be­we­gung der 1970er Jah­re spra­chen Frau­en in con­scious­ness-rai­sing Grup­pen über ihre per­sön­li­chen Bezie­hun­gen zu Män­nern, über Sexua­li­tät, Mens­trua­ti­on, Schwan­ger­schaft, Kin­der­er­zie­hung und Gewalt und began­nen, die­se Berei­che zu poli­ti­sie­ren. Als Kon­zept lehnt die Poli­tik der ers­ten Per­son eine Stell­ver­tre­ter­po­li­tik ab, weist die Trenn­li­nie zwi­schen »pri­vat und »öffent­lich« zurück und beinhal­tet die Poli­ti­sie­rung der Pri­vat­sphä­re. An der Gren­ze zwi­schen Pri­vat­sphä­re und Öffent­lich­keit darf man Ent­schei­dun­gen über Mit­glied­schaf­ten in Ver­ei­nen und Grup­pie­run­gen ansie­deln, beson­ders, wenn die­se selbst durch­aus poli­ti­sche Ziel­set­zun­gen verfolgen.

Weil es in Han­no­ver dop­pelt so vie­le Bur­schen­schaf­ten (2) gibt wie in Bie­le­feld (1), ist die­ser Sti­cker wohl nur dort zu finden:

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Jau, die müs­sen weg. Jetzt wis­sen wir’s.

Das Wis­sen, wie die Gemein­schaft ohne Bur­schen­schaf­ten soli­da­ri­scher wer­den soll und war­um die stu­den­ti­schen Ver­bin­dun­gen alle und durch die Bank natio­na­lis­tisch, sexis­tisch und ras­sis­tisch sind, ist wohl nur in den Köp­fen der anony­men Ver­fas­ser die­ses Auf­ru­fes vor­han­den. Viel­leicht sind die­se Vor­wür­fe so oft wie­der­holt wor­den, dass sie ein­fach wahr sein müs­sen? Ver­dacht = Schuld = Urteil = Stra­fe, alles aus einer Hand? Kennt man sonst nur von einer 4-Buch­sta­ben-Zei­tung bei mut­maß­li­chen Kin­der­schän­dern. Wol­len wir nicht, brau­chen wir nicht. Für nie­man­den. Auch nicht für Linke.

Eben­falls poli­tisch ist – spä­tes­tens seit Olym­pia 1936 und defi­ni­tiv zur Fuß­ball-WM 2018 – die Fra­ge, ob man als Zuschau­er an sport­li­chen Groß­ver­an­stal­tun­gen teil­nimmt. Eine sich nicht zu erken­nen geben­de Grup­pe hat ihre Ant­wort dazu in Bie­le­feld geposted, nicht im Frat­zen­buch, son­dern ganz oldschool:

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Die wah­ren Ter­ro­ris­ten sit­zen in der FIFA. Für Fuß­ball­fans nicht ganz abwegig

Gar nicht mehr pri­vat sind die­se bei­den Auf­ru­fe, der eine zur Restau­rie­rung ver­gan­ge­ner Grö­ße einer ver­mumm­ten Stei­ne­wer­fer­be­we­gung (liegt unter dem Pflas­ter wirk­lich der Strand?), der ande­re zur Soli­da­ri­tät mit nicht min­der ver­mumm­ten Maschinenpistoleros

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Die Befrei­er von Repres­si­on und staat­li­chem Ter­ror ver­die­nen unser Ver­trau­en und unse­re Unter­stüt­zung. Viva Zapa­ta!

Defi­ni­tiv unse­re Rea­li­tät in der Mar­ken­höl­le und Lebens­in­halt eines nicht ganz klei­nen Teils der Bevöl­ke­rung ist die­ser Aufruf:

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Sie Leben. John Car­pen­ter hat 1988 alles vor­her­ge­se­hen. John Nada, ret­te uns!

Zu guter Letzt eine ver­söhn­li­che Bot­schaft. Poli­tik auf die­ser Basis könn­te zu einer bes­se­ren Welt führen.

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