Lügenpresse – kein rechtes Monopol

Bevor ich in den Arti­kel ein­stei­ge, möch­te ich einen Link auf den wirk­lich emp­feh­lens­wer­ten Arti­kel von Rico Grimm vom 2.12.2015 bei den Kraut­re­por­tern ver­wei­sen. Rico gibt ganz prag­ma­tisch die Ant­wort auf die Fra­ge, wie ich die Seriö­si­tät einer Quel­le ein­schät­ze. Lest sel­ber! https://krautreporter.de/1171–lugt-die-presse-so-erkennen-sie-es. Ein­fach, prak­ti­ka­bel, gut!

Ach ja, war­um die­ser Arti­kel gera­de jetzt? Zufall. Ricos Text hab ich heu­te gele­sen, heu­te hab ich das Graf­fi­ti gefun­den, heu­te wie­der den Lügen­pres­se­vor­wurf von Rechtts­au­ßen gehört. Pass­te halt so schön zusam­men …

Auch wenn PEGIDA & Co. den Ein­druck zu erwe­cken ver­su­chen, sie hät­ten als ein­zi­ge erkannt, dass »die Pres­se« lügt, so ste­hen sie mit ihrer Erkennt­nis nicht allein auf wei­ter Flur. Beson­ders im Umfeld der Frie­dens- und Frei­heits­ak­ti­vis­ten der Roten-Armee-Frak­ti­on wird teils seit Jahr­zehn­ten pro­pa­giert, dass hin­ter Anschlä­gen wie dem auf Alfred Herr­hau­sen tat­säch­lich staat­li­che Stel­len wie der Ver­fas­sungs­schutz ste­hen, beauf­tragt und gelenkt von der Schat­ten­eli­te der Bil­der­ber­ger und der Hoch­fi­nanz. Kon­se­quen­ter­wei­se rich­tet sich der Lügen­vor­wurf daher nicht allein gegen »die Pres­se«, son­dern gegen »die Medi­en« sowie den gesam­ten impe­ria­lis­ti­schen Staats­ap­pa­rat. Mit einem Unter­schied: die Lin­ken wer­den ernst­ge­nom­men.

Lügenmedien - Vorwurf von Links - gefunden in Bielefeld

Lügen­me­di­en – Vor­wurf von Links – gefun­den in Bie­le­feld

»Der Staat« deck­te dem­nach Anschlä­ge der RAF, weil sie ihm nut­zen, oder er führ­te selbst Anschlä­ge durch, um eine Ver­schär­fung der Sicher­heits­ge­set­ze durch­zu­set­zen. Und das wird ernst genom­men? Aber klar. Nur zwei Bei­spie­le:

»Das Phan­tom«, das von Pro7 finan­zier­te Film­de­but des Regis­seurs Den­nis Gan­sel, mit Jür­gen Vogel, Nadesh­da Bren­ni­cke u.a. in den Haupt­rol­len, führ­te im Mai 2000 die Ermor­dung des fik­ti­ven Finanz­mi­nis­ters Die­ter Haus­mann (rea­les Vor­bild: Alfred Herr­hau­sen) als staat­lich initi­ier­tes Atten­tat vor. Unver­ho­len pro­pa­giert der Film die The­se von der Kri­mi­na­li­sie­rung der radi­ka­len Lin­ken durch staat­li­che Kräf­te zum Ziel des Aus­baus staat­li­cher Macht und Kon­trol­le. Bezeich­nen­der­wei­se basiert er auf dem 1992 erschie­nen Bich „Das RAF-Phan­tom“ von Ger­hard Wis­new­ski (der gern im berüch­tig­ten Kopp-Ver­lag publi­ziert), Wolf­gang Land­graeber und Ekke­hard Sie­ker.

Am 28.10.1010 wur­de die 781. Tat­ort-Fol­ge »Wie einst Lil­ly« mit Ulrich Tukur als Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar Felix Murot und Mar­ti­na Gedeck als Pen­si­ons­wir­tin Jana Maitner in den Haupt­rol­len aus­ge­strahlt. Der Ermitt­ler Krafft, ein ehe­ma­li­ger Kol­le­ge Murots, der zum LKA gewech­selt ist, deckt einen RAF-Anschlag.

Zumin­dest im deut­schen Fern­se­hen sind die lin­ken Ver­schwö­rungs­theo­ri­en im Main­stream ange­kom­men. Das hin­dert die Aktivist*innen jedoch nicht dar­an, wei­ter gegen die »Propaganda«-Medien vor­zu­ge­hen.

»Lügen­pres­se«, »Pro­pa­gan­da­me­di­en« – Kin­der, setzt die Alu­hü­te auf, beob­ach­tet die Chem­trails und war­tet auf die Lan­dung der UFOS’s …

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