Der aufhaltsame Aufstieg der #Misogermanie

Ich habe einen neu­en Begriff erfun­den. Miso­ger­ma­nie, gebil­det aus den grie­chi­schen Wor­ten »misos« (μῖσος), »Hass« und »Ger­ma­nia« (Γερμανία), »Deutsch­land«. Es bezeich­net ana­log den älte­ren Neo­lo­gis­men »Mis­an­thro­pie«, »Miso­gy­nie« und »Misandrie« eine ableh­nen­de oder feind­se­li­ge Hal­tung gegen­über Deutsch­land und sei­nen auto­chtho­nen Bewoh­nern.

Sie wer­den jetzt bestimmt sagen, ach nöh, muss das sein, schon wie­der was Neu­es. Ich muss mir so viel mer­ken, Geheim­zah­len, PINs, den Namen mei­ner Frau, da hab ich wirk­lich kein Inter­es­se an noch einem Wort. Soll­ten Sie aber haben. Es ist ein wich­ti­ges Wort. Es bezeich­net eine Hal­tung, die die mei­nungs­bil­den­de Éli­te wei­ten Tei­len der deut­schen Bevöl­ke­rung gegen­über ent­ge­gen­bringt. Ableh­nung, Feind­se­lig­keit, bis hin zum offe­nen Hass. Die Miso­ger­ma­nen füh­len sich durch die schie­re Exis­tenz des Homo Ger­ma­ni­cus beläs­tigt. Sei­ne Lebens­wei­se ist für sie ein Quell stän­di­gen Ärger­nis­ses. Sie möch­te ihn ein­he­gen und durch unkon­trol­lier­ba­ren Mas­sen­zu­zug aus­dün­nen, auf dass er zuerst von der Land­kar­te und dann aus der Geschich­te ver­schwin­de.

Bei­spie­le gefäl­lig?

»Das Bes­te wäre für Euro­pa, wenn Frank­reich bis an die Elbe reicht und Polen direkt an Frank­reich«

Im Sep­tem­ber 1989 bezeugt die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Sieg­lin­de Frieß, was sie (und ver­mut­lich vie­le ihrer Parteigenoss*innen) von ihrem Hei­mat­land hal­ten.

»CSU-«Fans« het­zen gegen Clau­dia Roth«

Am 28.11.2015 pro­tes­tiert die wan­deln­de Empö­rungs­ma­schi­ne Clau­dia Roth gegen den AfD-Par­tei­tag in Han­no­ver. Jetzt zeugt es schon ein­mal von einem höchst frag­wür­di­gen Demo­kra­tie­ver­ständ­nis, dass eine Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin gegen den Par­tei­tag einer demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten, grund­ge­setz­treu­en Par­tei demons­triert. Es kommt aber noch bes­ser. Im anti­fa­schis­ti­schen (und des­halb höchst ehren­haf­ten) Pro­test­zug heißt es auf Pla­ka­ten und in Sprech­chö­ren: »Deutsch­land, du mie­ses Stück Schei­ße« und »Deutsch­land, ver­re­cke«. Frau Roth ficht das nicht an. Wir dür­fen anneh­men, dass sie die­se (durch Arti­kel 5 GG gedeck­te) freie Mei­nungs­äu­ße­rung der tap­fe­ren schwarz­ver­mumm­ten Kämpfer*Innen gegen die Rech­te Gefahr von Her­zen teilt. Bür­ger­pro­tes­te gegen die auf­grund der Ver­gan­gen­heit Deutsch­lands abso­lut berech­tig­te Rufe wer­den von der eini­gen Pres­se (mit Aus­nah­me des »Bay­ern­ku­rier«) uni­so­no als das ver­uteilt, was sie sind: Het­ze von CSU-«Fans« gegen eine ver­dien­te Poli­ti­ke­rin. Bemer­kens­wert!

Mari­am Lau fasst am 7.2.2005 in der WELT die Essenz der Poli­tik des Außen­mi­nis­ters Josch­ka Fischer zusam­men:

»Deutsch­land muß von außen ein­ge­hegt, und innen durch Zustrom hete­ro­ge­ni­siert, qua­si »ver­dünnt« wer­den.«

Dafür ver­ant­wor­tet Fischer im März 2000 Visum­er­leich­te­run­gen, die zeit­wei­se die völ­lig unkon­trol­lier­te Ein­rei­se von 300.000 Aus­län­dern ermög­li­chen. Es wäre wenig ver­wun­der­lich, wenn Herr Fischer die der­zei­ti­ge Offen­heit im Zuzug nach Deutsch­land kri­ti­sie­ren wür­de.

Bei soviel Miso­ger­ma­nie mag auch die Mut­ter The­re­sa der inter­na­tio­na­len Refu­gee-Bewe­gung nicht zurück­ste­hen. Der 15.9.2015 erlebt eine emo­tio­na­le Frau, die offen­sicht­lich nicht mehr Kanz­le­rin sein will, jeden­falls nicht für die Mitbürger*innen und Politiker*innen, die ihr Geschenk von Mil­lio­nen Armuts­ein­wan­de­rern kri­tisch betrach­ten:

»»Ich muss ganz ehr­lich sagen, wenn wir jetzt anfan­gen, uns noch ent­schul­di­gen zu müs­sen dafür, dass wir in Not­si­tua­tio­nen ein freund­li­ches Gesicht zei­gen, dann ist das nicht mein Land.««

Die Kanz­le­rin distan­ziert sich also von ihrem Land. Jeden­falls dann, wenn des­sen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Kri­tik wagen.

Am 24.8.2015 besucht Sig­mar Gabri­el eine Flücht­lings­un­ter­kunft in einem ehe­ma­li­gen Bau­markt im ost­säch­si­schen Hei­denau. Ange­sichts der – weiß Gott unap­pe­tit­li­chen – Pro­tes­te setzt der Vize­kanz­ler auf einen gro­ben Klotz einen gro­ben Keil, wie wir im SPIEGEL Online lesen:

»Das ist Pack«, sagt er über die frem­den­feind­li­chen Ran­da­lie­rer vom Wochen­en­de. »Das sind Leu­te, die mit Deutsch­land nichts zu tun haben.« Die­sen Men­schen müs­se man klar­ma­chen: »Ihr gehört nicht zu uns, wir wol­len Euch nicht – und wo wir Euch krie­gen, wer­den wir Euch bestra­fen.«

Ihr gehört nicht zu uns, wir wol­len euch nicht. Statt den grund­ge­setz­li­chen Auf­trag an die Par­tei­en zur poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung anzu­neh­men, grenzt der Vize­kanz­ler die­se Men­schen unwi­der­ruf­lich aus und ver­wei­gert auch nur den Ver­such eines Dia­logs. Was will er mit ihnen machen? Pass abneh­men, die Staats­bür­ger­schaft ent­zie­hen und in eine Straf­ko­lo­nie schi­cken? Die Eng­län­der ver­gan­ge­ner Zei­ten hät­ten ihm zei­gen kön­nen, wie so etwas geht, aber dafür ist er ein paar Jah­re zu spät gebo­ren.

Eben­falls am 24.8.2915 schreibt Phil­ipp Jes­sen im ehe­ma­li­gen (das war vor den Hit­ler-Tage­bü­chern, lie­be Kin­der!) Qua­li­täts­me­di­um STERN in selbst­ge­rech­tem Furor:

»Bis­her war ich der Über­zeu­gung, dass es mensch­li­chen Dreck gar nicht geben kann. Seit dem Wochen­en­de bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wenn Nazis oder mit­mar­schie­ren­de »Das wird man ja wohl noch­mal sagen dürfen«-Bürger-Hooligans in den Spie­gel schau­en – dann sehen sie ver­schmutz­te See­len«

Und dann sagt, er, dass er mit den Demons­tran­ten nicht reden will, nicht auf sie zuge­hen will, dass sie den Mund hal­ten sol­len, und, und, und. Und dass er bei der Natio­nal­hym­ne nicht mehr auf­steht. Als ob die­se Kri­mi­nel­len jetzt für ganz Deutsch­land ste­hen. Als ob alle, die gegen die Ansied­lung von Flücht­lin­gen demons­trie­ren, durch die Bank Ras­sis­ten sind. Das woll­te übri­gens auch die SPD Essen. Demons­trie­ren. Nicht, weil sie gegen Flücht­lin­ge sind, son­dern weil der arme Esse­ner Nor­den die Gren­ze sei­ner Leis­tungs­fä­hig­keit erreicht hat. Wird aber nichts draus.

»SPD-Orts­ver­ei­ne sagen umstrit­te­ne Demo ab.«

Der Druck der Anstän­di­gen war zu groß. Die Flücht­lin­ge kom­men wei­ter in den Nor­den. Die Vil­len­be­woh­ner im Esse­ner Süden rei­ben sich die Hän­de.

Arti­kel 1 des Grund­ge­set­zes lau­tet, für Herrn Gabri­el und Herrn Jes­sen zur Erin­ne­rung,

»Die Wür­de des Men­schen ist unan­tast­bar. Sie zu ach­ten und zu schüt­zen ist Ver­pflich­tung aller staat­li­chen Gewalt.«

Die Wür­de aller Men­schen, bit­te. Auch, wenn sie Deut­sche sind. Auch wenn sie kri­mi­nell sind. Auch, wenn sie unap­pe­tit­li­che Ansich­ten haben. Auch, wenn man am liebs­ten kot­zen möch­te. Auch, wenn sie kri­mi­nel­le Deut­sche mit unap­pe­tit­li­chen Ansich­ten sind, bei denen man am liebs­ten kot­zen möch­te. Ihr wer­det nicht mora­lisch bes­ser, wenn ihr euch auf deren Niveau begebt. Ihr wer­det kei­ne ver­schmutz­ten See­len ret­ten, wenn ihr denen die Men­schen­wür­de absprecht, auch wenn die­se Leu­te selbst Ande­ren die Men­schen­wür­de abspre­chen. Ihr wer­det kei­ne Vor­bil­der. Ihr wer­det nur unun­ter­scheid­bar von denen, die ihr Pack nennt, oder mensch­li­chen Dreck.

Kurz zur Links­ju­gend, die sich als sozia­lis­tisch, anti­fa­schis­tisch, basis­de­mo­kra­tisch & femi­nis­tisch beschreibt (das sind gleich min­des­tens 3 con­tra­dic­tio­nes in re!) und dem Slo­gan

»Deutsch­land du mie­ses Stück Schei­ße!«

hau­sie­ren gehen (hier als Reak­ti­on auf die Lösungs­ver­su­che der Grie­chen­land­kri­se, die aus dem Blick­win­kel der Links­ju­gend den Traum eines star­ken Deutsch­lands mit mar­schie­ren­den Sol­da­ten sym­bo­li­sie­ren).

Herz­al­ler­liebst auch die­ses Bild, das uns der BR am 9.1.2016 aus Köln zur Ver­fü­gung stellt (Nach­trag vom 30.1.2017: Der BR hat die Sei­te mit dem Bild vom Netz genom­men. Zum Glück gibt es noch einen Screen­shot. Den ursprüng­li­chen Link las­se ich mal ste­hen)

Refu­gees wel­co­me › Krauts not. Pegi­da-Kund­ge­bung und Gegen­de­mons­tra­ti­on

Deut­sche sind also im eige­nen Land nicht mehr will­kom­men. Deckt sich mit Gabri­el »wir wol­len euch nicht«) und Fischer (»durch Zustrom hete­ro­ge­ni­siert, qua­si ver­dünnt«).

Die grü­ne Iko­ne Jut­ta Dith­furt hat noch mehr davon. Auf ihrer Home­page fin­den wir Wer­bung für die­se DVD:

Jut­ta Dit­furth: & Tho­mas Eber­mann: »NIE WIEDER DEUTSCHLAND

Öko­Linx, die öko­lo­gi­sche und selbst­ver­ständ­lich anti­ras­sis­ti­sche Lis­te, geht hier fröh­lich ihrem Ras­sis­mus gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung nach. Na ja, sind ja eh alle Nazis.

Unver­ges­sen bleibt auch der Tweet der Grü­nen Jugend zum Tag der Deut­schen Ein­heit:
Deutschland auflösen? Ja, bitte gerne!

Einen hab ich noch, dann muss es gut sein. Von einem nicht mehr ganz jun­gen Mann, Jahr­gang 1975, der als deut­scher die lus­ti­ge Fri­sur eines Stam­mes der ame­ri­ka­ni­schen Urein­woh­ner trägt. Oder einer obso­le­ten Jugend­be­we­gung, deren Nach­kom­men um Klein­geld bet­telnd die Fuß­gän­ger­zo­nen bevöl­kern. Viel­leicht ist auch Tra­vis Bick­le sein Vor­bild, der »Held« von Mar­tin Scor­se­ses stil­bil­den­dem Dra­ma Taxi Dri­ver aus 1976. Das aller­dings lie­ße beun­ru­hi­gen­de Rück­schlüs­se auf Sascha Lobos Geis­tes­zu­stand zu. Wann genau sich Herr Lobo ent­schlos­sen hat, in sei­ner Kolum­ne die eige­ne Geis­tes­grö­ße durch die Fest­stel­lung der uner­träg­li­chen Dumm­heit der übri­gen Netz­ge­mein­de auf ein pyra­mi­den­ho­hes Podest zu stel­len, weiß ich nicht. Fest steht, dass SPIEGEL Online das Mach­werk

»S.P.O.N. – Die Mensch-Maschi­ne: Hil­fe­ruf an die min­des­tens durch­schnitt­lich Begab­ten«

ohne Prü­fung auf Intel­li­genz­ge­halt ver­öf­fent­licht hat. Wir fin­den dar­in den schö­nen Satz:

»Es gibt die­sen uralt­klu­gen, schwer erträg­li­chen, latei­ni­schen Spruch: »Wenn du geschwie­gen hät­test, wärest du Phi­lo­soph geblie­ben.« Mit den sozia­len Medi­en ist dabei eine natio­na­le Grö­ßen­ord­nung erreicht: Hät­tet ihr geschwie­gen, wäret ihr wei­ter für poten­zi­ell zurech­nungs­fä­hig gehal­ten wor­den.«

Geschmei­dig beschimpft Lobo eine »natio­na­le Grö­ßen­ord­nung« von Inter­net­nut­zern als so schwach­sin­nig, dass er ihnen, hät­ten sie auf ihr Recht zur frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung nach Arti­kel 5 Abs. 1 GG ver­zich­tet, bes­ten­falls den Sta­tus »poten­zi­ell zurech­nungs­fä­hig« zuge­bil­ligt hät­te. Noch geschmei­di­ger wird sei­ne arro­gan­te Hal­tung in der Volks­be­schimp­fung, wenn er beklagt, dass die »brei­te Bevöl­ke­rung« die­ses Lan­des nicht sei­nen Ansprü­chen an intel­lek­tu­el­le Geschmei­dig­keit genügt. Ich habe Lobo trotz sei­ner ulki­gen Fri­sur immer gern gele­sen. Seit er sich als Welt­erklä­rer im All­ge­mei­nen und als Deut­schen­er­klä­rer im Beson­de­ren geriert, ist die Bezie­hung von mei­ner Sei­te merk­lich abge­kühlt. Es gibt pas­sen­de Wor­te für so einen. War­um ich sie nicht nut­ze, sie­he oben bei Gabri­el und Jes­sen. Er soll sei­ne Wür­de behal­ten, auch, wenn ich nicht mit ihm über­ein­stim­me.

Nur ein paar von unge­zähl­ten Bei­spie­len für Miso­ger­ma­nie, will­kür­lich und ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit her­aus­ge­grif­fen. Ver­blüf­fend ist: die Miso­ger­ma­nen sind – Homi­nes Ger­ma­ni­ci. Die gut bis sehr gut von denen leben, denen ihre Ver­ach­tung gilt. Deren gera­de­zu patho­lo­gi­scher Hass auf das eige­ne Land und Volk bei Aus­län­dern regel­mä­ßig zu Unver­ständ­nis führt. Wie kann man sein Land so beschimp­fen?

Den Mit­bür­ger mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, den ich kürz­lich ken­nen­ler­nen durf­te, und der sich als »stol­zen Tür­ken« bezeich­net, benei­de ich um die Frei­heit, genau das sagen zu dür­fen. Er sag­te übri­gens auch, dass er Deutsch­land lie­be und gern hier lebt. Ler­nen wir von sei­nem Bei­spiel. Ler­nen wir end­lich, unser Land zu lie­ben. Dann kön­nen wir auch den Zuge­zo­ge­nen offen begeg­nen und den Rah­men für das Zusam­men­le­ben auf Augen­hö­he aus­han­deln. Auf die Miso­ger­ma­nen in Poli­tik und Publi­zis­tik kann ich dabei gut ver­zich­ten.

3 Replies to “Der aufhaltsame Aufstieg der #Misogermanie”

  1. lawgunsandfreedom

    Wenn ich dran den­ke, daß ich in den ›80ern noch anti­fa-nah war, die Grü­nen gar nicht mal so schlecht fand und ähn­li­che Paro­len nicht anstö­ßig gefun­den habe …
    Glück­li­cher­wei­se hel­fen Bil­dung und Geschichts­kennt­nis gegen wir­re Ideo­lo­gie. Scha­de nur, daß das so har­te Arbeit ist.

    Antwort
    • huegelkind Author des Beitrags

      Yo, ging mir ähn­lich. Bis zum 14.7.1981 war ich ziem­lich links, SDAJ und so. Dann hab ich live gese­hen, wie die Lin­ke mit abwei­chen­den poli­ti­schen Ansich­ten umgeht. das hat mich kuriert. Bis heu­te.

      Antwort
      • lawgunsandfreedom

        Ich war in einer Anti­fa-Grup­pe. Als ich mich von der distan­zier­te, weil sie »Feind-Lis­ten« erstell­te und Brand-Anschlä­ge gegen den ideo­lo­gi­schen Geg­ner plan­te (aber stän­dig von Gewalt­frei­heit fasel­te), stieg ich aus und plötz­lich war ich der Feind. Zer­sto­che­ne Fahr­rad­rei­fen, Auto­fens­ter mit einem Stein ein­ge­wor­fen, anony­me Droh­an­ru­fe …

        Antwort

Kommentar verfassen