WordPress – Tipps: Die Datensicherung

Die Fra­ge ist nicht, ob Du Daten ver­lierst. Nur, wann. 

hue­gel­kind, Lebens­er­fah­run­gen. Nie­der­ge­schrie­ben im Febru­ar 2017.

Seit 1982 mache ich »irgend­et­was mit IT«, die längs­te Zeit davon zum Brot­er­werb. Mit zu den trau­ma­ti­sie­rens­ten Erfah­run­gen mei­nes Berufs­le­bens gehö­ren bis heu­te die Näch­te, in denen zur Ret­tung alter Daten- und Pro­gramm­stän­de ich ein voll­stän­di­ges Image des Ent­wick­lungs­rech­ners zog, dann das Image mit den gewünsch­ten Daten auf­spiel­te, die zu ret­ten­den Daten sicher­te, um zum Schluss das aktu­el­le Image wie­der auf­zu­spie­len. Gespei­chert waren die Daten auf unzäh­li­gen Rol­len Magnet­bän­der, von denen nie­mand mehr wuss­te, wann sie ange­schafft und wie oft sie benutzt waren. Ja, selbst Ende der 80er gab es noch sol­che, heu­te stein­zeit­lich anmu­ten­den, Metho­den der Datensicherung.

In die­sem Tipp zei­ge ich die Wor­d­Press-Daten­si­che­rung »zu Fuss«. Im nächs­ten Tipp stel­le ich eines der bes­ten Plug­ins für die Daten­si­che­rung vor. Versprochen!

War­um nicht gleich das Plug­in? Weil ich fin­de, dass es nicht scha­det, wenn man weiß, was war­um gesi­chert wird. Wenn man ver­steht, was man war­um macht, macht man es meist bes­ser. Sagt mir die Erfahrung.

Seit damals weiß ich folgendes:

  • es reicht nicht aus, nur zu Sichern. Man soll­te auch sicher sein, dass das Siche­rungs­me­di­um die Siche­rungs­da­ten enthält
  • Eine Daten­si­che­rung zu besit­zen ist noch lan­ge kei­ne Garan­tie für eine erfolg­rei­che Rücksicherung
  • Alle Daten, die aus wel­chen Grün­den auch immer ver­lo­ren gehen kön­nen, wer­den irgend­wann ver­lo­ren gehen
  • Zuerst gehen die Daten ver­lo­ren, für die kei­ne oder nur eine unvoll­stän­di­ge Siche­run­gen vor­han­den sind

Letzt­lich sind die auf­ge­zähl­ten Punk­te nur Son­der­fäl­le von Mur­phys Law. Es ist uni­ver­sal gül­tig, also auch für Wor­d­Press. Und nach die­ser moti­vie­ren­den Ein­lei­tung kom­men wir zum heu­ti­gen Tipp. Der WordPress-Datensicherung.

Was wird wie oft gesichert?

Bevor wir uns Gedan­ken über die Siche­rung machen, soll­ten wir kurz inne­hal­ten und uns anschau­en, wel­che Daten Wor­d­Press wo spei­chert. Daten,die sich häu­fig ändern, wol­len wir öfter sichern als sol­che, die sel­ten einer Ver­än­de­rung unter­lie­gen. Wir betrach­ten 3 Komplexe:

  1. Die eigent­li­chen Wor­d­Press-Instal­la­ti­ons­da­tei­en. Läuft Wor­d­Press erst ein­mal, ändert sich hier zwi­schen zwei Wor­d­Press-Updates so gut wie nichts. Die gro­ße Aus­nah­me ist die Datei .htac­cess. So ziem­lich alle Sicher­heits-Plug­ins für Wor­d­Press (gern und fälsch­lich »Fire­walls« genannt), neh­men hier Ände­run­gen vor. Das kann leicht dazu füh­ren, dass man jeden Zugriff auf das Wor­d­Press-Backend ver­liert. Set­zen Sie Sicher­heits-Plug­ins wie die »All In One WP Secu­ri­ty & Fire­wall« ein, soll­te sie unbe­dingt bevor Sie neue Ein­stel­lun­gen tes­ten, die .htac­cess mit einem FTP-Pro­gramm wie File­Zil­la hän­disch sichern. Hören Sie auf mich. Ich habe mich schon selbst aus­ge­sperrt und konn­te nur dank einer zufäl­lig vor­han­de­nen .htac­cess mein Sys­tem wie­der ans Lau­fen bekom­men. Die voll­stän­di­ge Wor­d­Press-Instal­la­ti­on muss nur nach der Erst­in­stal­la­ti­on und nach Wor­d­Press-Updates gesi­chert werden.
  2. Das Ver­zeich­nis »wp-con­tent«. Jedes Plug­in und jedes The­ma, das Sie instal­lie­ren, wird hier abge­spei­chert, eben­so die Medi­en, die Sie in die Wor­d­Press-Media­thek hoch­la­den. Das Ver­zeich­nis wp-con­tent soll­ten Sie sichern, wenn Sie neue The­mes oder Plug­ins instal­liert haben, und nach dem Hoch­la­den neu­er Medien.
  3. Die Daten­bank. Sie ent­hält die Inhal­te aller Bei­trä­ge und Sei­ten, Benut­zer­na­men und Pass­wör­ter, sowie die Ein­stel­lun­gen aller Wid­gets, Menüs, Plug­ins und The­mes. Nahe­zu alles, was Sie im Wor­d­Press-Backend ein­stel­len, zieht unmit­tel­bar Ände­run­gen in der Daten­bank nach sich. Die Daten­bank kön­nen Sie nicht oft genug sichern!

Schau­en Sie sich ein­fach mal die Datei­struk­tur einer abso­lut typi­schen Wor­d­Press-instal­la­ti­on an, näm­lich die von hue​gel​kind​.eu:

Sichern der Dateien


Den Umgang mit File­Zil­la muss ich Ihnen sicher nicht erklä­ren. Erzäh­len soll­te ich Ihnen aller­dings, dass Sie schon bei der Instal­la­ti­on die Grund­la­gen für eine spä­te­re ein­fa­che Admi­nis­tra­ti­ons Ihrer Web­sei­ten legen. Legen Sie für jede Web­sei­te ein Ver­zeich­nis an, am bes­ten mit dem Namen der Sei­te (Bei mei­nem Pro­vi­der Febas tun Sie das unter­halb des Ver­zeich­nis­ses htdocs). Dort­hin­ein kopie­ren Sie das gesam­te Wor­d­Press-Ver­zeich­nis, dass Sie zuvor von Wor​d​Press​.org her­un­ter­ge­la­den und ent­packt haben. Wenn die Instal­la­ti­on fer­tig ist, sieht Ihre Ver­zeich­nis­struk­tur so aus wie die mei­ne. War­um Sie das so machen soll­ten, erzäh­le ich Ihnen in einem spä­te­ren Tipp zur WordPress-Sicherheit.

Jetzt kön­nen Sie ein­fach per Drag&Drop die gesam­te Wor­d­Press-Instal­la­ti­on oder nur das Ver­zeich­nis wp-con­tent auf Ihre loka­le Fest­plat­te oder einen ande­ren Spei­cher­ort ihrer Wahl kopie­ren. Schon haben Sie die Auf­ga­ben 1 und 2 Ihrer Daten­si­che­rung erledigt.

Tipp: Legen Sie ein Ver­zeich­nis für die Datei­si­che­run­gen an, z.B. »…\WP_Backup_huegelkind_Datatabases«. Legen Sie für jede Siche­rung ein Unter­ver­zeich­nis mit Datum und Inhalt an, z.B. »…\WP_Backup_huegelkind_Datatabases\WP_Backup_huegelkind_full_2017-02–18″. Ers­tens fin­den Sie so Ihre Back­ups leich­ter wie­der. Zwei­tens sehen Sie auf einen Blick, wann Sie zum letz­ten mal gesi­chert haben. Behal­ten Sie auf jeden Fall die letz­ten 3 Sicherungen!

Sichern der Datenbank

Eben­so ein­fach ist die Siche­rung Ihrer Daten­bank. Über die Benut­zer­ober­flä­che Ihres Inter­net­pro­vi­ders gelan­gen Sie zur Daten­bank­ad­mi­nis­tra­ti­on »phpMy­Ad­min«. Da wirk­lich alle Pro­vi­der auf myS­QL-Daten­ban­ken set­zen, ist die­se Admi­nis­tra­ti­on zum Glück über­all gleich. Sie öff­nen also phpMy­Ad­min, kli­cken Die Daten­bank an, die Sie sichern wol­len (Sie haben hof­fent­lich die Daten­bank pas­send zur Domain ihrer Web­sei­te benannt, dann fin­den Sie sie leich­ter!) und sehen ein Bild wie dieses:

Jetzt ein­fach nur die Schalt­flä­che »Export« ankli­cken, nichts an den Vor­ein­stel­lun­gen ändern, und schon spei­chert Ihnen phpMy­Ad­min eine Datei in Ihr Down­load-Ver­zeich­nis, die aus dem Daten­bank­na­men und der Erwei­te­rung .sql besteht. Hier im Bei­spiel also huegelkind.sql. Fer­tig. Das war’s. So ein­fach geh das.

Tipp: Legen Sie ein Ver­zeich­nis für die Daten­bank­si­che­run­gen an, z.B. »…\WP_Backup_huegelkind_Datatabases«. Legen Sie jede Daten­bank­si­che­rung in ein Unter­ver­zeich­nis mit Datum und Uhr­zeit (falls Sie mehr als eine Daten­bank­si­che­rung an einem Tag machen, also etwa so: »…\WP_Backup_huegelkind_Datatabases\2017–02-18–16_30″. Behal­ten Sie auf jeden Fall die letz­ten 5 Sicherungen!

Und wie geht das jetzt mit der Rücksicherung?

Eben­so ein­fach. Sie soll­ten übri­gens zuerst die Datei­en und dann die Daten­bank zurücksichern.

Datei­en rück­si­chern: Löschen Sie mit File­Zil­la (oder einem ande­ren FTP-Pro­gramm) auf ihrem Webs­pace das gesam­te Ver­zeich­nis Wor­d­Press (für eine voll­stän­di­ge Rück­si­che­rung), oder nur das Ver­zeich­nis wp-con­tent (für eine Rück­si­che­rung aller Plug­ins, The­mes oder Medi­en). Durch das Löschen stel­len wir sicher, dass nach einer erfolg­rei­chen Rück­si­che­rung kei­ne »Datei­lei­chen« zurückbleiben.

Laden Sie jetzt mit File­Zil­la (oder einem ande­ren FTP-Pro­gramm) von ihrer loka­len Fest­plat­te das voll­stän­di­ge Ver­zeich­nis Wor­d­Press bzw. nur das Ver­zeich­nis wp-con­tent auf Ihren Webs­pace hoch.

Fer­tig, das war es. Kon­trol­lie­ren Sie zur Sicher­heit noch die Datei­be­rech­ti­gun­gen. Für Ver­zeich­nis­se muss 755, für Datei­en 644 ein­ge­tra­gen sein. In der Regel wird das der Fall sein.

Daten­bank rück­si­chern: Star­ten Sie phpMy­Ad­min und wäh­len Sie Ihre Daten­bank aus. Dann mar­kie­ren Sie alle Tabel­len und wäh­len die Akti­on »löschen«, wie im fol­gen­den Bild gezeigt.

Kli­cken Sie jetzt auf Import und wäh­len Sie von der loka­len Fest­plat­te die Datei datenbankname.sql (im Bei­spiel also huegelkind.sql) aus, die Sie zurück­si­chern wol­len. Behal­ten Sie alle Vor­ein­stel­lun­gen bei und kli­cken Sie auf OK. Fertig.

Im nächs­ten Tipp stel­le ich Ihnen ein her­vor­ra­gen­des Plug­in vor, dass die­se Schrit­te auto­ma­ti­siert. Aber, wie gesagt, es scha­det nichts, wenn man weiß, was bei der Daten­si­che­rung eigent­lich passiert.

Kommentar verfassen