Kein Tag der Deutschen Einheit, nirgends

3. Okto­ber 2017. Kein Meer von deut­schen Fah­nen. Kei­ne Jubel­stim­mung. Kei­ne Fei­ern mit »nor­ma­len« Bür­gern. Kei­ne Ein­heit, nir­gends. Pres­se und Poli­tik, die spal­tet. Frau­en gegen Män­ner, West gegen Ost, hel­les, auf­ge­klär­te gegen dunk­les, abge­häng­tes Deutsch­land, 87% Anstän­di­ge gegen das Pack, klei­ne Grüpp­chen, die in aggres­si­ver Iden­ti­täts­po­li­tik eifer­süch­tig ihre Pri­vi­le­gi­en ver­tei­di­gen und neue Pfrün­de erobern. Ehe für alle, nicht der Ehe wegen, son­dern wegen des rau­schen­den Hoch­zeits­fes­tes, um dann die ehr­wür­di­ge, gesell­schaf­ter­hal­ten­de Insti­tu­ti­on radi­kal zu dekonstruieren.

Spal­tung, die 87% Guten gegen die Nazis, alles Nazi, was nicht dem tra­di­tio­nel­len Par­tei­en­spek­trum ver­haf­tet ist, und ja, die Mau­er­schüt­zen­par­tei zählt unwi­der­spro­chen dazu. Kein Bier für rechts, kei­ne Tagungs­räu­me für rechts, kein Geld für rechts. Denun­zi­an­ten wer­den zu Hel­den, ange­feu­ert von der Sta­si-Kaha­ne-Stif­tung Ama­deu Anto­nio, miss­lie­bi­ge Mei­nun­gen, gan­ze Accounts nach dienst­eif­ri­ger Mel­dung gelöscht von Arva­tos will­fäh­ri­gen Schergen.

Die Poli­tik könn­te ver­söh­nen, könn­te Grä­ben über­brü­cken, doch der gesichts­lo­se Bun­des­prä­si­dent sieht nur »Mau­ern aus Ent­frem­dung, Ent­täu­schung und Wut«. Statt sich den Grün­den für die Ergeb­nis­se der Bun­des­tags­wahl zuzu­wen­den, auf die Men­schen zuzu­ge­hen, die nicht so gewählt hat, wie es sich die Regie­ren­den und Oppo­si­ti­ons­dar­stel­ler gewünscht haben, wirft er ihnen­vor, sich von der Demo­kra­tie abzu­wen­den. Als sei Demo­kra­tie ein gro­ßes »Wir« unter der all­ge­gen­wär­ti­gen Rau­te der ewi­gen Kanz­le­rin. Beklagt »Mau­ern rund um die Echo­kam­mern im Inter­net, wo der Ton immer lau­ter und schril­ler wird«, um zu ver­ges­sen, dass in der (nie bewie­se­nen!) Echo­kam­mer eine grö­ße­re media­le Viel­falt herrscht, als sie selbst dem Bil­dungs­bür­ger vor nur drei Jahr­zehn­ten zugäng­lich war. Ein klein­geis­ti­ger, mut­lo­ser »Prä­si­dent«, dem stets anzu­mer­ken ist, dass es ihm, im Hin­ter­zim­mer aus­ge­kun­gelt, von einer schril­len Gesell­schaft in der gro­tes­ken Par­odie einer demo­kra­ti­schen Wahl ernannt, an der Per­sön­lich­keit fehlt, die­ses Man­ko an Legi­ti­ma­ti­on durch inne­re Grö­ße zu kom­pen­sie­ren. Nein, sei­nen Vor­gän­gern kann die­ser blas­ses­te aller Bun­des­prä­si­den­ten nicht das Was­ser rei­chen. Selbst ein Chris­ti­an Wulf glänz­te zumin­dest mit Unterhaltungswert.

Nein, eine gemein­sa­me Hei­mat darf es nicht geben. Ein Begriff der Gegen­auf­klä­rung und Irra­tio­na­li­tät sei das, twit­tert, von der Mut­ter­par­tei unwi­der­spro­chen, die Grü­ne Jugend. Hei­mat, ein häß­li­ches Wort, in der (wohl abzu­leh­nen­den) Roman­tik ent­stan­den, im Natio­nal­so­zia­lis­mus gebraucht, und somit auf ewig dem Deut­schen ein Tabu, man lebe bes­ser die Soli­da­ri­tät. Mit wem? Wohl mit der Welt, weni­ger wäre dem Inter­na­tio­nal­so­zia­lis­ten auch nicht genug.


In Mainz fin­det in gespens­ti­scher Kulis­se vor sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­tem Publi­kum ein potem­ki­sches Spek­ta­kel statt, dass jour­na­lis­tisch wohl gefil­tert und sorg­fäl­tig ein­ge­ord­net, über den staats­fi­nan­zier­ten Rund­funk in die Wohn­zim­mer der Repu­blik gesen­det wird, und doch nur insze­niert ist, um die Begeg­nung der Mäch­ti­gen mit den von ihnen regier­ten Bür­gern zu vermeiden:

In der Frank­fur­ter Neue Pres­se, der die­ser Aus­zug ent­nom­men ist, räumt der Main­zer CDU-Abge­ord­ne­te Gerd Schrei­ner ein: »Ich emp­fin­de das nicht als ein­la­dend, was hier pas­siert, damit bringt man die direk­ten Anwoh­ner gegen den Natio­nal­fei­er­tag auf.« Dass das so gewollt ist, die­ser häss­li­che Ein­druck drängt sich gera­de­zu auf.

Ein letz­tes. Spa­zier­gang durch Bie­le­feld. Fröh­li­che Fei­ern, wie sie zum Bei­spiel unse­re fran­zö­si­schen Nach­barn zum Natio­nal­fei­er­tag ken­nen, fin­den nicht statt. Deut­sche Flag­gen, Fah­nen oder Wim­pel außer­halb öffent­li­cher Gebäu­de? Fehl­an­zei­ge. Statt des­sen, bun­des­weit, Tag der offe­nen Moschee.


Aus­ge­wähl­te Mosche­en öff­nen sich den Ungläu­bi­gen, mit orga­ni­siert vom so genann­ten »Zen­tral­rat der Mus­li­me in Deutsch­land (ZMD) e.V.«, einer groß­spu­rig agie­ren­den Cli­que, die ihrem umfas­sen­de Reprä­sen­tanz sug­ge­rie­ren­den Namen zum Trotz doch kei­ne 20.000 Mus­li­me ver­tritt und die bedenk­li­che Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft pflegt.

War­um soll­te ein sol­cher Tag zeit­gleich mit dem Tag der Deut­schen Ein­heit durch­ge­führt werden?

Unse­re katho­li­schen Kir­chen haben eine sol­che demons­tra­ti­ve Selbst­dar­stel­lung übri­gens nicht nötig. Sie ste­hen fast alle täg­lich den Men­schen offen und unter­schei­den nicht zwi­schen Frau­en und Män­nern, Gläu­bi­gen und Ungläubigen.

Divi­de et impe­ra. Wer spal­tet, herrscht. Liegt es dar­an, dass sich nie­mand, und ganz sicher auch nicht die Oppo­si­ti­on um Wei­del und Gau­land, auf­ge­ru­fen fühlt, ernst­haft und auf­rich­tig zur Ein­heit auf­zu­ru­fen? In der Ein­heit lie­ße sich ja wei­ter­hin treff­lich strei­ten, mit der schar­fen Klin­ge des Argu­ments den Geg­ner anrit­zen, nicht mit der Keu­le den Oppo­nen­ten erschlagen.

Mir, der sich im Novem­ber 1981 den Wahl­spruch »Pro Fide et Patria« einer sehr ver­ehr­li­chen Katho­li­schen Deut­schen Stu­den­ten­ver­bin­dung Fran­ko­nia Czer­no­witz im CV zu Erlan­gen zu dem sei­nen gemacht hat, der das Patria-Prin­zip im CV lebt und liebt, mir ist die­se Ent­wick­lung nicht geheu­er. Etwas ist faul im Staate.

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