bielefeld: nachtansichten

Immer am letz­ten Sams­tag im April öff­nen die Bie­le­fel­der Muse­en, Kir­chen und Gale­ri­en von 18 bis 1 Uhr ihre Türen für ein ganz beson­de­res Kul­tur­er­leb­nis mit Aus­stel­lun­gen, Instal­la­tio­nen, Per­for­man­ces und Open-Air-Kunst­licht­pro­jek­tio­nen. Letz­te­re haben es mir ange­tan. Doch begin­nen wir am Anfang. Wet­ter­aus­sich­ten für Sams­tag, 25. April 2015: beschei­den. Regen­wahr­schein­lich­keit: hoch. Nacht­an­sich­ten­wahr­schein­lich­keit für mei­ne Liebs­te und mich: gering. Also geht’s ab in Hein­rich sein Enkel, Tref­fen mit Freun­din, Wein schlab­bern und Quiche essen. Sehr schön. Gegen 22:00 ver­las­sen wir den gast­li­chen Ort, sehr zu unse­rer Freu­de ohne den Regen­schirm auf­span­nen zu müs­sen. Also doch Nacht­an­sich­ten, in Erman­ge­lung eines gül­ti­gen Ein­tritts­bänd­chens nur zum Sight­see­ing. Fas­zi­niert betrach­ten wir die Open-Air-Kunst­licht­pro­jek­tio­nen in der Mau­er­stra­ße und am Alten Markt. Spä­tes­tens hier ist klar, die Knip­se muss her. Gesagt, getan, ab nach Hau­se und fol­gen­des ein­ge­packt:

  • Olym­pus OM-D EM-5 Mk. I
  • Olym­pus M.ZUIKO DIGITAL ED 12‑50mm 1:3.5‑6.3
  • Olym­pus M.ZUIKO DIGITAL 45mm 1:1.8
  • Pana­so­nic G 20mm f/1.7 ASPH
  • Rich­arm High-Defi­ni­ti­on Wide Ang­le Lens 0,45-fach (davon spä­ter mehr).

Das klei­ne Zoom auf­ge­schraubt, Iso auf 3.200, Weiß­ab­gleich auto­ma­tisch, Blen­de manu­ell, Zeit auto­ma­tisch, damit sind die Vor­ein­stel­lun­gen erle­digt. Die ers­ten bei­den Bil­der knip­se ich gleich vor der Haus­tür. Wie immer führt der Klick aufs Bild in die jewei­li­ge Foto­ga­le­rie.

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Neu­städ­ter Stra­ße, Kon­zert in der Gale­rie 61.

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Alltagsbeobachtungen: Handymania im Fitnessstudio

Neu­lich im Fit­ness­stu­dio, genau­er, heu­te. Im Bie­le­fel­der FitX. Eine jun­ge Frau neben mir auf dem Cross­trai­ner. Ihr Tele­fon klin­gelt. Laut, was stört. Immer­hin, sie nimmt das Gespräch sehr schnell an, kein zwei­tes Klin­geln. Die Stö­rung war ja nur kurz, den­ke ich hoff­nungs­voll, jetzt wird sie bestimmt sagen, sie kann gera­de nicht spre­chen und wie­der auf­le­gen. Denks­te, zu früh gehofft. Sie beginnt zu reden. Und zu reden. Immer mehr Bruch­stü­cke ihrer Exis­tenz drin­gen unge­wollt an mein Ohr. Wür­de ich es wol­len, könn­te ich sie zusam­men­set­zen, Lücken mit begrün­de­ten Ver­mu­tun­gen oder (schmut­zi­gen) Fan­ta­si­en fül­len. Ich füh­le mich als unein­ge­la­de­ner Gast in ihrem Leben, emp­fin­de so etwas wie Scham.

Sie hin­ge­gen fühlt sich wie zu Hau­se. Unbe­drängt von stö­ren­dem Scham­ge­fühl oder Rück­sicht­nah­me auf die Mit­men­schen oder gar den alber­nen Regeln des Stu­di­os, die das Tele­fo­nie­ren im Trai­nings­be­reich genau­so strikt unter­sa­gen wie den Tabak­ge­nuss, ver­plau­dert sie Minu­te um Minu­te fröh­lich und unbe­küm­mert, nur um von Zeit zu Zeit dem ande­ren Ende der vir­tu­el­len Lei­tung mit­zu­tei­len, dass die­ses schlecht zu ver­ste­hen sei. Da stört wohl die all­ge­gen­wär­ti­ge Musik.
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