Rote Karte: Weber, Weselsky und Merkel vom Platz!

Ich, das Volk, zei­ge in mei­ner Eigen­schaft als selbst­er­nann­ter Schieds­rich­ter im Spiel Deut­sche Bahn AG gegen die Gewerk­schaft der Loko­mo­tiv­füh­rer, zu Beginn der 9. Run­de wegen fort­ge­setz­ten Foul­spiels in Ver­bin­dung mit völ­li­ger Nicht­ein­sichts­fä­hig­keit, bei­den Kon­tra­hen­ten die rote Kar­te, eben­so der Ring­rich­te­rin Ange­la Mer­kel wegen vor­sätz­li­chem Nicht­ein­schrei­ten.

Platzverweis!

Rote_Karte

Jungs, run­ter vom Platz. Mädel, Du auch. Eure Fouls tref­fen nicht den Geg­ner, son­dern die Zuschau­er. Uns. Und ich bin es leid.

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Die Weselsky-Versteher, oder Grundrechte in Gefahr. Gehts nicht né Nummer kleiner?

Im »Stern« schreibt der Kolum­nist Micky Bei­sen­herz:

Viel wich­ti­ger aber: Das Streik­recht ist ein kost­ba­res Gut, eine wich­ti­ge zivi­li­sa­to­ri­sche Errun­gen­schaft, die es auch unter Schmer­zen zu schüt­zen gilt. In einem Land, das im Arbeits­nie­der­le­gungs-Index übri­gens ganz weit hin­ten liegt. Das in Erin­ne­rung zu rufen, fällt mir in einem 15 km Stau mor­gens auf der A1 aber nicht immer leicht, das gebe ich gern zu. Vor allem, wenn gera­de Nickel­back im Radio läuft.… ver­damm­ter Weselksy!

Micky ist wenigs­tens ehr­lich.

»Links sein muss man sich leis­ten kön­nen«

ver­kün­det Jan Fleisch­hau­er am Diens­tag etwas pro­vo­kant im Spie­gel.

»Der Klas­sen­kampf ist kei­ne Uto­pie, wenn der eine ein Haus besitzt, der ande­re hin­ge­gen nur die Tuber­ku­lo­se«, hat Maxim Gor­ki in sei­nem »Klim Sam­gin« geschrie­ben.«

kon­tert Jakob Aug­stein am heu­ti­gen Don­ners­tag nicht min­der pla­ka­tiv.

Wer hat nun recht?
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Liebe Lokführer, liebe Bahn … #bahnstreik

Als Wert­kon­ser­va­ti­ver habe ich einen hohen Respekt vor unse­ren grund­ge­setz­lich garan­tier­ten Frei­hei­ten und Rech­ten. Ganz selbst­ver­ständ­lich zäh­le ich die Koali­ti­ons­frei­heit dazu – die Frei­heit von Arbeit­neh­mern und Arbeit­ge­bern, sich zur Wah­rung und För­de­rung der Arbeits- und Wirt­schafts­be­din­gun­gen zusam­men­zu­schlie­ßen, das Koali­ti­ons­recht - das Recht, Gewerk­schaf­ten und Arbeit­ge­ber­ver­bän­de zu grün­den und sich die­sen anzu­schlie­ßen – und das Streik­recht - das Recht zur kol­lek­ti­ven Arbeits­nie­der­le­gung zur Errei­chung tarif­po­li­ti­scher Zie­le – abge­lei­tet aus der Koali­ti­ons- und Ver­ei­ni­gungs­frei­heit laut Grund­ge­setz Art. 9 Abs. 3.

Solan­ge das berech­tig­te Inter­es­se der Beschäf­tig­ten im Mit­tel­punkt der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Arbeit­neh­mern und Arbeit­ge­bern steht, ist der Streik als Ulti­ma Ratio eines Arbeits­kamp­fes schlicht­weg hin­zu­neh­men, mit allen Unan­nehm­lich­kei­ten und Erschwer­nis­sen, die auch Unbe­tei­lig­te Drit­te erlei­den müs­sen. Bis auf unver­bes­ser­li­che Neo­li­be­ra­le und Tea-Par­ty-Enthu­si­as­ten wird kein zum selbst­stän­di­gen Den­ken fähi­ger Mensch allen Erns­tes die sozia­len Errun­gen­schaf­ten bestrei­ten, die die Gewerk­schaf­ten im Lau­fe von Jahr­zehn­ten den Arbeit­ge­bern und der Gesell­schaft abge­trotzt haben. Belohnt wor­den sind wir – auch Dank letzt­lich ein­sich­ti­ger Arbeit­ge­ber und einer auf Aus­gleich bedach­ten Nach­kriegs­po­li­tik – mit einem nach­hal­ti­gen sozia­len Frie­den und der völ­li­gen Abwe­sen­heit von poli­ti­schen Arbeits­nie­der­le­gun­gen, wor­um uns vie­le unse­rer Nach­barn in Euro­pa klamm­heim­lich benei­den.

Jetzt aller­dings müs­sen wir mit Schre­cken mit­er­le­ben, wie eine klei­ne Spar­ten­ge­werk­schaft in wahn­haf­ter Über­schät­zung der eige­nen Bedeu­tung (oder ist das nur ein spe­zi­fi­sches Wesens­merk­mal ihres Vor­sit­zen­den?) die gesell­schaft­lich tief ver­an­ker­te Akzep­tanz der gesam­ten deut­schen Gewerk­schafts­be­we­gung in gröbs­ter Fahr­läs­sig­keit aufs Spiel setzt. Nie­man­dem außer­halb der GDL kann auch nur ansatz­wei­se ver­mit­telt wer­den, wel­che Zie­le für die Bahn­be­schäf­tig­ten mit den völ­lig sinn­be­frei­ten Lok­füh­rer­streiks vom Okto­ber und Novem­ber 2014, den Warn­streiks im März, den bis­her längs­ten Streiks im April und den jetzt ange­kün­dig­ten 100stündigen Streiks ab dem 5. Mai über­haupt erreicht wer­den sol­len. Wenn wenigs­tens – wie im Ärz­te­streik 2006 – Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen einer Berufs­grup­pe auf Kos­ten aller Ande­ren durch­ge­setzt wer­den soll­ten, wäre das zwar mora­lisch bedenk­lich, doch gäbe es letzt­end­lich wenigs­tens eine klei­ne Cli­que lachen­der Gewin­ner. Doch nicht ein­mal die­ser ver­werf­li­che, wenn­gleich ver­ständ­li­che Ego­is­mus, den aus­zu­le­ben die eige­ne Wir­kungs­macht gestat­tet, ist ansatz­wei­se zu erken­nen. Nein, es geht um viel weni­ger.
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