Bin ich Charlie?

Das Ent­set­zen über den Anschlag von Paris ver­bie­tet mir eine spon­ta­ne Reak­ti­on, die Trau­er ist still. Jetzt, Tage danach, dre­hen immer noch Gedan­ken Krei­se in mei­nem Kopf, bin ich immer noch fas­sungs­los über die unge­heu­re Bru­ta­li­tät, mit der die Täter sieb­zehn Men­schen im Namen des Pro­phe­ten kalt­blü­tig hin­ge­rich­tet haben. Lan­ge habe ich mit mir gerun­gen, sie mit der Öffent­lich­keit zu tei­len. Schwei­gen jedoch, das wird mir immer kla­rer, ist die fal­sche Reak­ti­on.
Graff à la mémoire de Charlie Hebdo
»Je suis Char­lie« ist die Losung die­ser Tage, und ich fra­ge mich, bin ich das auch. Bin ich Char­lie, kann ich Char­lie sein, darf ich über­haupt Char­lie sein? Je län­ger ich dar­über grü­be­le, umso unsi­che­rer wer­de ich. Wie weit kann die Iden­ti­fi­ka­ti­on gehen, und vor allem, wird sie den Opfern gerecht? Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort ver­bie­tet sich. Spre­chen kann ich nur für mich. Ich lade Sie ein, mir ein Stück auf dem Weg zu fol­gen.
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